Die Grenzen zwischen Fashion und Kunst sind fließend
KUNST ZUR FASHIONWEEK: SAG MIR, WAS DU SIEHST

Die Grenzen zwischen Fashion und Kunst sind fließend

Ist es real, oder eine Täuschung? Ist es Fashion oder Kunst? Beides, denn das schließt sich nicht aus. Das beweist das Künstlerduo Rottingdean Bazaar in Kooperation mit Bimba Y Lola.  

Pünktlich zur Art Week war sie da: die neue Taschenkollektion vom Label Bimba Y Lola. In dieser Kollektion liegt der Fokus auf den ikonischen LB-Taschen. Aber statt sie klassisch zu präsentieren, hat sich Bimba Y Lola Unterstützung geholt – vom Künstlerduo Rottingdean Bazaar.

Rottingdean Bazaar, das sind die Künstler James Theseus Buck und Luke Brooks. Seit 2015 arbeiten sie zusammen und loten in ihren Werken immer wieder die Grenzen zwischen Realität und Fiktion aus. Dafür spielen sie multidisziplinär mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Aber der gemeinsame Nenner all dieser Werke lässt sich in einer Frage zusammenfassen: Was sehe ich hier eigentlich?

Diese Frage stellt sich auch, wenn man die Kampagne für Bimba Y Lola betrachtet: Ist das eine Fotografie? Gedruckt auf ein großes Stück Stoff? Aber sehe ich da nicht auch eine echte Tasche, eine echte Hand? Und wieso fällt mir das erst auf dem zweiten Blick auf?

Durchbrechen von Sehgewohnheiten

Für diese Kampagne wird das Duo Rottingdean Bazaar ergänzt durch die Fotografin Annie Collinge. Gemeinsam fordern sie unseren Blick auf Kunst heraus, indem sie Zweidimensionales und Dreidimensionales miteinander kombinieren. Dadurch brechen sie mit unseren Sehgewohnheiten – und stellen uns eine Aufgabe: Schau genau hin. 

Herzstück der Kampagne sind die ikonischen LB-Taschen des Labels Bimba Y Lola. Die Kampagne zeigt die Bandbreite der verschiedenen Stücke und beweist, wie vielfältig das Label ihre Taschen designt: es gibt kleine und große, bunte und einfarbige, aus Nylon, Leder oder eingefärbten Kunstpelz. Damit bricht auch Bimba Y Lola mit unserem klassischen Bild einer bescheidenen Handtasche, stellt sie in den Fokus, lässt uns zweimal hinschauen. Ist es das, was James Theseus Buck und Luke Brooks an der Zusammenarbeit gereizt hat? Wir haben nachgefragt:

Was hat Sie an der Zusammenarbeit mit Bimba Y Lola gereizt?

Rottingdean Bazaar : „Bimba Y Lola waren offen für das, was wir kreativ machen wollten. Das passte zu uns, da uns Modeprojekte reizen, bei denen wir die Dinge, mit denen wir derzeit in unserer Arbeit experimentieren, voll ausschöpfen können. Wir waren auch an den verschiedenen Präsentationsformen des Projekts interessiert: Standbilder, Video und die Kunst-Installationen in den Stores.“

 

Mit der Kampagne verschwimmen Grenzen: Ist es Kunst, ist es Fashion? Wie wichtig sind solche gesetzten Zuschreibenden und Grenzen? Brauchen wir sie oder sollten sie abgeschafft werden?

Rottingdean Bazaar : „Für uns sind die Bilder, Videos und Installationen der Kampagne Modearbeiten. Wir finden es hilfreich, über die Grenzen und Zuordnungen bei der kreativen Arbeit mit Mode nachzudenken, so, wie man über ein Puzzle nachdenkt. Es macht uns Spaß, mit den funktionalen Überlegungen von Mode zu arbeiten, und wir würden die Dinge nur für ein Modeprojekt auf diese besondere Weise herstellen. Die Art der Präsentation und die Besonderheiten des Kontexts beeinflussen sehr stark, wie wir über die Dinge denken.“

Bimba y Lola

Kunst oder Fashion?

Beides. Die Kampagne zur neuen Taschenkollektion von Bimba Y Lola wude nicht nur von Rotterdean Bazaar umgesetzt, sondern auch von der Fotografin Annie Collinge.

Die Kampagne hat einen sehr eindeutigen, wiedererkennbaren Stil. Kenner Ihrer Arbeit erkennen Sie direkt wieder. Trotzdem zeigen Sie in dieser Kampagne auch erstmalig reale Elemente: Hände, Arme. War es Ihnen wichtig, sich in dieser Umsetzung auch künstlerisch weiterzuentwickeln und zu finden? Warum?

Rottingdean Bazaar : „Wir sind natürlich immer auf unserem ganz eigenen Weg der Entwicklung und experimentieren in unserer Arbeit gemeinsam mit Menschen, mit denen wir eng zusammenarbeiten, zum Beispiel mit der Fotografin Annie Collinge. Gemeinsam entwickeln wir Ideen, testen sie und warten dann auf die Möglichkeit, sie zu verwirklichen. Manchmal erforschen wir dieselbe Idee oder eine zusammenhängende Idee über mehrere Projekte hinweg, wobei wir uns jedes Mal schrittweise weiterentwickeln. Daher ist es für uns wichtig, Projekte zu finden, die Raum für diese Experimente, für persönliche Neuinterpretationen und Veränderungen bieten.“

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